Braucht die Gemeinde eine App für die Übersetzung?
Nein, und diese Frage ist wichtiger, als sie klingt. Sie entscheidet, ob der Gast, für den Sie übersetzen, am Sonntag tatsächlich zuhört.
Für wen Sie eigentlich übersetzen
Nicht für die Stammbesucherin, die seit zehn Jahren da ist und ohnehin Deutsch versteht. Sondern für den, der zum ersten Mal kommt: eingeladen von einer Nachbarin, mitgebracht von einem Kollegen, hereingekommen, weil die Tür offen stand.
Dieser Mensch sitzt schon unsicher da. Er kennt niemanden, weiß nicht, wann man aufsteht, und hat das Telefon in der Tasche. Wenn er jetzt eine App laden, ein Konto anlegen und ein Passwort ausdenken soll, tut er es nicht. Er sitzt die Stunde ab und versteht nichts.
Was eine App tatsächlich verlangt
Zwischen „es gibt eine App“ und „jemand hört zu“ liegen mehr Schritte, als man denkt: App Store öffnen, den richtigen Namen finden, das Passwort des Stores eingeben, die App über ein volles WLAN laden, öffnen, ein Konto anlegen, die E-Mail bestätigen, den Stream der Gemeinde suchen.
Jeder dieser Schritte verliert Menschen — und vor allem die zwei Gruppen, die Sie am dringendsten erreichen wollen: ältere Besucher und Erstbesucher.
Das ist kein Argument gegen Anbieter, die Apps bauen. Eine App kann Dinge, die eine Webseite nicht kann. Die Frage ist nur, ob Ihre Gäste den Preis dafür zahlen — und am Sonntagmorgen zahlen sie ihn selten.
Wie es ohne App geht
Über den Browser, den jedes Telefon schon hat. Ein QR-Code auf dem Liedblatt oder an der Wand, die Kamera darauf halten, eine Sprache antippen, Kopfhörer aufsetzen. Kein Download, kein Konto, kein Passwort.
Technisch ist das seit Jahren möglich: Telefone spielen Ton im Browser ab, ohne dass etwas installiert wird. Ob ein Anbieter eine App verlangt, ist eine Entscheidung, keine Grenze der Technik.
Woran Sie es im Gespräch erkennen
Wie Sanctavo es macht
Code scannen, Sprache wählen, zuhören. Es gibt nichts zu installieren und kein Konto: der Link ist der Zugang. Wer lieber liest, liest die Untertitel daneben mit — auch in Schriften, die von rechts nach links laufen.
Zuhörer bleiben dabei anonym. Gezählt wird, wie viele in welcher Sprache zugehört haben; erkannt wird niemand. Wer möchte, kann sich am Ende selbst zu erkennen geben — das ist eine eigene Entscheidung und keine Voraussetzung fürs Zuhören.
Am ehrlichsten prüfen Sie das an einem echten Gottesdienst. Wir richten eine Stunde kostenlos ein — und Sie geben das Telefon jemandem, der Sanctavo noch nie gesehen hat.